iPhone-A9-Chip soll von Samsung stammen

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Apple erteilt offenbar den Koreanern den Auftrag zur Herstellung des nächsten iPhone-Prozessors. Damit setzt sich das Unternehmen gegen TSMC durch. Vor allem Samsungs Fertigungsverfahren in 14 Nanometer soll den Ausschlag gegeben haben.

Samsung fertigt angeblich den A9-Chip für das nächste iPhone. Der Konzern konnte sich somit offenbar gegen den taiwanischen Auftragsfertiger TSMC durchsetzen. Das geht aus einem Bericht von Recode hervor, dass sich auf “Personen, die über die Entwicklung informiert sind” beruft. Vor allem Samsungs moderneres Herstellungsverfahren sei ausschlaggebend gewesen.

Bereits seit längerer Zeit gibt es Vermutungen, dass Samsung die Fertigung der Mobilchips auf die Strukturbreite von 14 Nanometern umstellen will. Auf diese Weise will es für mehr Rechenleistung auf geringerem Raum und reduziertem Strombedarf sorgen. Konkurrent Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) produziert Chips hingegen immer noch in 20 Nanometern.

Den Bericht wollten weder Apple noch Samsung kommentieren. Die südkoreanische Zeitung Maell Business berichtete bereits vergangene Woche über eine erneute Annäherung in Bezug auf die Chipfertigung. Die Zeitung berief sich dabei ebenfalls auf mit den Plänen vertraute Quellen. 75 Prozent der benötigten Chips für Apples nächste iPhone-Generation sollen angeblich von Samsung kommen.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus (Bild: Apple)
Verbaut Apple wieder Samsung-Prozessoren in den iPhones? Im iPhone 6 ist es auf Chips von TSMC ausgewichen. (Bild: Apple)

Apple verfolgt eigentlich das Ziel, die Abhängigkeit von Samsung als Komponentenzulieferer zu verringern. Der A8-Chip des iPhone 6 stammte bereits nicht mehr vom koreanischen Smartphone-Rivalen, sondern von dessen Konkurrenten TSMC. Der iPhone-Hersteller kommt aber offenbar nicht an Samsungs fortschrittlicher Fertigungstechnik für Prozessoren vorbei. Deshalb wechselt der Konzern beim Nachfolger A9 wohl wieder zu Samsung.

Qualcomm unter Druck

Samsungs Vorteil in der Herstellungstechnik setze auch Qualcomm unter Druck, den führenden Entwickler von Chips für High-End-Smartphones, so Recode weiter. Somit könne der Konzern auf Qualcomm-Prozessoren in der nächsten Generation der Galaxy-S-Smartphones verzichten und die eigenen Exynos-Prozessoren verwenden.

Diese kommen bereits in einigen Varianten des Galaxy S5 zum Einsatz. Allerdings verbaute Samsung zum Großteil Qualcomms Snapdragon-Chips. Mit dem verstärkten Einsatz eigener Prozessoren in den eigenen Smartphones könnte Samsung außerdem die Chipsparte stärken, die 15 Milliarden Dollar für ein neues Werk außerhalb von Seoul investiert. Der südkoreanische Konzern verfügt über Chipfabriken in Südkorea sowie im texanischen Austin.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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