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Erneut massive Entlassungswelle bei IBM

IBM Logo (Bild: IBM)
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Erneut machen Berichte über massive Entlassungen bei IBM die Runde. Möglicherweise könnte sich IBM von bis zu einem Drittel der Mitarbeiter trennen. IBM hält dagegen, dass man lediglich das Unternehmen auf neue Bereiche fokussiere und man gleichzeitig 25.000 neue offene Stellen anbiete.

Die zu einer Facebook-Gruppe geschrumpfte IBM-Arbeitnehmervertreung in den USA berichtet über eine großflächige Entlassungswelle bei IBM in vielen Bereichen des Unternehmens. (Bild: Alliancemember)
Die zu einer Facebook-Gruppe geschrumpfte IBM-Arbeitnehmervertreung in den USA berichtet über eine großflächige Entlassungswelle bei IBM in vielen Bereichen des Unternehmens. (Bild: Alliancemember)

70.000 Mitarbeiter hatten IBM im Verlauf des vergangenen Jahres verlassen. Über Neueinstellungen aber auch über Zukäufe hatte IBM etwa die gleiche Zahl wieder eingestellt. Nun aber scheint IBM erneut im großen Stil Mitarbeiter abbauen zu wollen.

Eine Gewerkschaftsnahe Organisation die aus der ehemaligen Endicott Alliance hervorgegangen ist, meldet massive Entlassungen. Unter dem Facebook-Account “WatchingIBM” berichten ehemalige Mitglieder der Edicott Alliance, dass möglicherweise bis zu einem Drittel der Mitarbeiter in den USA abgebaut werden könnten. Diese Zahl soll verschiedenen Berichten zufolge aus einem vertraulichem internen IBM-Papier hervor zugehen.

Allerdings ist es derzeit nicht möglich, die genaue Zahl der Entlassungen zu ermitteln. Betroffene Mitarbeiter können die Facebook-Gruppe via Mail über ihre Entlassungen informieren und die Gruppe veröffentlicht die Geschichten dann als anonymen Post.

Zudem hatte IBM jüngst die Abfindungsregelungen zu Ungunsten der Mitarbeiter geändert. Die Kündigungsfrist beträgt nun maximal sechs Monate, jedoch in den meisten Fällen 90 Arbeitstage und als Abfindung gewährt IBM noch ein Monatsgehalt sowie in einigen Fällen 2500 Dollar für Umschulungsmaßnahmen. Zuvor hatten die Mitarbeiter als Abfindung bis zu 23 Wochen Gehalt bekommen.

Das gelte für alle Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz aufgelöst wurde oder die aufgrund von mangelhaften Bewertungen entlassen werden. Schon bei den Entlassungen im Vergangenen Jahr was das offenbar ein häufig gewähltes Verfahren. Laut verschiedenen Arbeitnehmervertretungen wurden damals reihenweise schlechte Bewertungen ausgestellt, um auf diesem Weg Mitarbeiter los zu werden. Offenbar scheint das auch bei der aktuellen Entlassungswelle – zumindest in einigen Fällen – wieder Usus zu sein.

Auf der Facebook-Seite häufen sich jetzt die Kommentare von Mitarbeitern, deren Echtheit kaum zu überprüfen ist. Von IBM liegen derzeit keine offiziellen Stellungnahmen zu den Berichten vor. Gegenüber dem britischen Branchendienst The Register erklärte ein IBM-Sprecher, dass IBM derzeit aggressiv die Marktführerschaft in den Bereichen Cloud und kognitives Computing verfolgt. Das Magazin IEEE Spectrum zitiert einen IBM-Sprecher, der erklärt, dass Berichte, IBM wolle sich von einem Drittel der Belegschaft trennen nicht zutreffen. Er betont, dass bei IBM aktuell 25.000 Stellen neu zu besetzen sind.

Einer der Schwerpunkte der Entlassungen ist laut Berichten der Bereich Global Technology Solutions (GTS) bei IBM. Aus den Reihen der ehemaligen Gewerkschaft ist darüber hinaus zu vernehmen, dass es Berichte über Entlassungen in allen Teilen der USA gibt und dass Jobs unter anderem in den Bereichen Application Management Services, Technical Support Services, Global Services Parts Operations und Cloud Managed Services abgebaut werden. Weitere Berichte gibt es in der CMS Cloud Division, AMS Strategic Technical Services und GTS Strategic Outsourcing. Offenbar verlegt IBM nun auch vermehrt Stellen nach Ungarn und Brasilien.

IBM beschäftigte Ende 2015 etwa 377.760 Mitarbeiter weltweit. Die genannten 70.000 neu besetzten Stellen, machen damit etwa 18 Prozent aus.

 

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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