Phishing: Microsoft beseitigt kritische Schwachstelle in seinen Online-Diensten

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Die Login-Tokens, die der Sicherheitsforscher Whitton per Cross-Site-Request-Forgery gestohlen hat, ermöglichen auch ohne Eingabe von Nutzername und Passwort die Anmeldung bei bestimmten Diensten. Microsoft hat die Phishig-Lücke inzwischen geschlossen.

Eine kritische Sicherheitslücke, die es erlaubte, Login-Tokens zu stehlen und wiederzuverwenden, um sich auch ohne Anmeldedaten Zugang zu Microsoft-Konten zu verschaffen, hat Microsoft jetzt geschlossen. Der britischen Sicherheitsforscher Jack Whitton hatte sie entdeckt. Ihm zufolge hat Microsoft den Fehler innerhalb von 48 Stunden behoben.

Phishing (Bild: Shutterstock)

In einem Blogeintrag beschreibt Whitton seinen Angriff. Demnach erfolgt die Anmeldung für einen Microsoft-Dienst wie beispielsweise Outlook.com über einen Login-Token, wenn der Nutzer schon bei einem anderen Dienst wie beispielsweise OneDrive.com angemeldet ist. Diese Tokens ließen sich jedoch über Phishing-Websites ausspähen, um “vollständigen Zugriff auf das Konto eines Nutzers zu erhalten”, schreibt Whitton.

Bei der Anmeldung für einen Microsoft-Dienst werde über den Wert “reply” eine POST-Anfrage an die jeweilige Domain des Diensts geschickt, zusammen mit dem Login-Token für den jeweiligen Nutzer. Der Token werde dann vom Anmeldeprozess verarbeitet. Cookies kämen nicht zum Einsatz, da Microsoft seine Services auf unterschiedlichen Domains hoste. Ein Angreifer benötige zwar für jede Domain einen eigenen Token, mithilfe mehrerer versteckter iFrames sei es aber wahrscheinlich möglich, Tokens für verschiedene Dienste abzufangen.

Whitton zufolge besteht der Fehler selbst darin, dass es möglich war, eine beliebige URL für die Authentifizierung anzugeben, was auch als Cross-Site-Request-Forgery (CSRF) bezeichnet wird. “Obwohl CSRF-Bugs nicht denselben Ruf haben wie andere Fehler, können ihre Auswirkungen auf Authentifizierungssysteme erheblich sein”, so Whitton weiter.

Der Forscher informierte Microsoft über seine Entdeckung am 24. Januar. Das Unternehmen bestätigte den Fehler noch am selben Tag. Obwohl ein Patch schon am darauffolgenden Dienstag zur Verfügung stand, wandte sich Whitton erst jetzt in einem Blogeintrag an die Öffentlichkeit.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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