Der Telekom laufen die deutschen Kunden scharenweise weg

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Die Deutsche Telekom präsentierte als Halbjahresbilanz ein Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro und einen Umsatz von 31 Milliarden Euro. Konzernchef Obermann setzt weiter auf Einsparungen.

Die schlechte Nachricht vorweg: Der Deutschen Telekom sind seit Anfang 2005 mehr als fünf Millionen Kunden verloren gegangen. Alleine im vergangenen Halbjahr kehrten 1,1 Millionen davon dem Unternehmen den Rücken.

Die gute Nachricht: Die Telekom macht immer noch Gewinn. Mit dem auf der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz in Bonn präsentierten Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro steht man ganz gut da. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA ) beträgt rund 9,6 Milliarden Euro. Bedenkt man jedoch, dass im selben Zeitraum vergangenen Jahres noch doppelt soviel Profit eingefahren wurde, relativiert sich die Freude. Beim Umsatz verzeichneten die Telekom übrigens ein Plus von 3,5 Prozent und erwirtschaftete nun 31 Milliarden Euro.

Das Rezept der Telekom, um wieder ein satteres Plus vorzeigen zu können, lautet “Einsparungen”. Erste Erfolge durch Kostensenkungen zeigten sich bereits in Deutschland. Im Ausland könne man sowieso ein deutliches Umsatzwachstum ausweisen, die internationale Position habe man ausgebaut.

“Die wichtigste Botschaft zum ersten Halbjahr lautet: Wir liegen im Plan”, sagte René Obermann, Vorstandschef der Deutschen Telekom. Für das Gesamtjahr erwarte er einen moderaten Anstieg des Konzernumsatzes sowie ein bereinigtes EBITDA von rund 19 Milliarden Euro.
 
In den ersten sechs Monaten 2007 gewann die Telekom insgesamt 945.000 neue DSL-Kunden. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum nur knapp 100.000. Auch im deutschen Mobilfunkgeschäft sei die Entwicklung weiter positiv. Im ersten Halbjahr verzeichnete T-Mobile 428.000 Neukunden, rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der eigentliche Wachstumsmotor des Konzerns sei aber das internationale Mobilfunkgeschäft. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg um knapp fünf Prozentpunkte an und überschritt mit 50,3 Prozent erstmals die 50-Prozent-Marke. Neben der positiven Entwicklung in Großbritannien habe dazu vor allem T-Mobile USA beigetragen: Erstmals überschritt das EBITDA von T-Mobile USA im zweiten Quartal die Marke von einer Milliarde Euro.

“Wir wollen unsere starke Auslandsposition weiter ausbauen”, sagte Obermann. “Wie Sie wissen, haben wir France Telecom ein Angebot für den Erwerb der Mobilfunk-Aktivitäten in den Niederlanden unterbreitet.” Der Plan folge der Logik der im März vorgestellten Strategie: Die Deutsche Telekom will, wenn es wirtschaftlich Sinn macht, im Ausland expandieren – und das bevorzugt in Märkten, in denen sie bereits vertreten ist.