Mutmaßlicher Mobilfunksaboteur in Bayern gefasst

Beamte der Polizeiinspektion Plattling haben am vergangenen Sonntag einen 28-jährigen Mann festgenommen, dem vorgeworfen wird, seit April 2008 insgesamt 34 Sabotagen und weitere Sachbeschädigungen an so genannten Funkmasten an 15 verschiedenen Tatorten in Niederbayern begangen zu haben.

Die Streifenbesatzung wollte im Rahmen der festgelegten Kontrolltätigkeit einen Sendemasten Standort im Landkreis Straubing überprüfen, als ihnen gegen 11:30 Uhr der Radfahrer auffiel, auf den die Beschreibung des Tatverdächtigen passte. Sowohl die Kleidung als auch die Beschreibung des Fahrrades stimmte mit den vorliegenden Erkenntnissen der Ermittler überein. Der Tatverdacht erhärtete sich, als die Beamten bei der Durchsuchung seiner mitgeführten Sachen auch noch entsprechendes Werkzeug fanden. Sie nahmen den Mann daraufhin vorläufig fest. Wie sich später herausstellte, verhinderten die Polizeibeamten dadurch einen erneuten Sabotageversuch. Der Mann war gerade auf dem Weg zu einem Funkmasten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die ermittelnden Beamten allerlei Schrauben, Befestigungsschellen und Klammern, entwendet bei den Sendeanlagen. Diese und auch einen Ordner mit Farbausdrucken, auf denen die Standorte der entsprechenden Masten verzeichnet waren, sowie einen Receiver zum Aufspüren der Anlagen, stellten die Beamten sicher.

Funkmastanlage
Sabotierte Funkmastanlage. Quelle: LKA

Gegenüber den LKA-Ermittlern war der mutmaßliche Täter nach einigem Leugnen schließlich geständig und gab als Hauptgrund für seine Sabotagehandlungen an, dass er über den schon im Jahre 2005 geplanten Bau eines Funkmastens in der Nähe seines Heimatortes im Landkreis Straubing dermaßen verärgert gewesen sei, dass er sich damals entschlossen habe, den Betreibern durch seine Sabotagen bewusst Schaden zuzufügen. Diesen Vorsatz setzte er erstmals im April 2008 in die Tat um und verfolgte ihn bis zu seiner Festnahme, obwohl die Errichtung des Sendemastens nie zustande kam. Der 28-Jährige ist zwar ein erklärter Gegner von Funkanlagen, besitzt jedoch selbst ein Handy, das er bei seiner Festnahme auch mitführte.

Aufgrund des umfangreichen Geständnisses und nicht bestehender Flucht- bzw. Verdunkelungsgefahr hat die ermittelnde Staatsanwaltschaft Deggendorf bei dem Beschuldigten keinen Haftgrund gesehen und ihn deshalb nach den polizeilichen Vernehmungen entlassen.