Otellini-Nachfolge: Intel liebäugelt mit externen CEO-Kandidaten

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Nachdem Intel-CEO Paul Otellini vergangenen Herbst seinen Rückzug angekündigt hat, läuft bei dem US-Chiphersteller die Suche nach einem Nachfolger auf Hochtouren. Der kommt möglicherweise von außen, schreiben US-Medien und spekulieren über durchaus prominente Namen.

Der scheidende Intel-CEO Paul Otellini. Quelle: Intel.
Der scheidende Intel-CEO Paul Otellini. Quelle: Intel.

Besonders hoch gehandelt werden aktuell der ehemaligen Motorola-CEO Sanjay Jha sowie VMware-CEO Patrick Gelsinger. Dieser freilich hat einen Großteil seiner Karriere bei Intel und nicht bei seinem jetzigen Arbeitgeber gemacht. Von 1979 bis 2012 bekleidete Gelsinger verschiedenen Management-Positionen bei Intel, bevor er im vergangenen Jahr die Führung des Virtualisierungsspezialisten übernahm.

Sanjay Jha hatte Motorola im vergangenen Jahr verlassen, nachdem Google Motorola übernommen hatte. Die Gespräche über einen Otellini-Nachfolger seien aber noch am Anfang, berichtet die US-Publikation Quartz. Einen Favoriten gebe es noch nicht.

Derzeit hoffe man bei Intel, auf der jährlichen Aktionärsversammlung am 16. Mai einen neuen CEO präsentieren zu können. Otellini hatte mit seiner Rückzugsankündigung im vergangenen November auch den Aufsichtsrat überrumpelt. Es ist das erste Mal, dass der Chip-Hersteller einen CEO verliert, ohne dass nicht bereits ein Nachfolger bereitsteht. Sollte sich der Konzern für einen externen Kandidaten entscheiden, wäre auch das eine Premiere. Bislang hat Intel den CEO immer aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte allerdings bereits im Februar berichtet, dass Intel eine externe Firma – Spencer Stuart and Associates – beauftragt hat, einen geeigneten CEO auch unter externen Kandidaten zu suchen. Mit diesem Schritt will der Aufsichtsrat möglicherweise signalisieren, dass es Zeit für frischen Wind bei Intel ist.

Tatsächlich übernimmt der Nachfolger den Chiphersteller an einem Wendepunkt. Intel steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Im blühenden Markt für Tablets und Smartphones ist das Unternehmen noch kaum vertreten, während der dort so erfolgreiche Chipdesigner ARM mit Partnern wie Hewlett-Packard in den Servermarkt drängt. Deshalb muss sich Intel, das derzeit vor allem auf Server- und PC-Prozessoren ausgerichtet ist, ein Stück weit neu definieren.

Hier liege auch der Grund für Otellinies Rückzug, so der Intel-Aufsichtsratsvorsitzenden Andy Bryant in einem Interview Ende vergangenen Jahres: “Nach 40 Jahren bei Intel und acht als CEO an der Spitze, was ein wirklich harter Job ist, fand er es an der Zeit, die Führung an eine neue Generation zu übergeben. Da liegen große Herausforderungen vor uns, uns in den Märkten für Tablets und Telefone zu etablieren, und er war bereit, die Führung in diesen Schlachten einer neuen Generation zu überlassen.”

Fotogalerie: 40 Jahre Intel: Chips, Bunnysuits und Taschenrechner

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