Dell EMC – Keine Entlassungen in Deutschland wegen Fusion

EnterpriseÜbernahme

Nach der größten Übernahme der IT-Geschichte wird Dell nicht um Entlassungen herum kommen. Doch die konzentrieren sich hauptsächlich auf die USA.

Die Fusion von EMC und Dell betrifft auch die deutschen Niederlassungen der Unternehmen. Doch anders als in den USA wird man hierzulande wohl ohne Entlassungen auskommen, wie Doris Albiez, Vice President & General Manager Germany Dell, jetzt gegenüber silicon.de bestätigt hat. “Mir sind keine Pläne bekannt”, kommentierte Albiez bei einem Treffen mit Journalisten in München.

Bei dem Termin erklärte Albiez auch, dass die Fusion bis Februar 2017 weitestgehend abgeschlossen sein werde. Erst dann soll auch eine organisatorische Zusammenführung in Angriff genommen werden. Bislang kooperieren Dell und EMC zwar, aber die bestehenden Strukturen werden zunächst fortgeführt. Übrigens: Das Unternehmen wird Dell EMC heißen. Daneben wird Dell Inc. der Brand für das PC-Geschäft. Dell Technolgies ist sozusagen Michael Dell selbst und bildet die Muttergesellschaft, unter der die verschiedenen Brands und Beteiligungen wie VMware und Pivotal aufgehängt sind.

Michael Dells Vision für das neue Unternehmen Dell Technologies. (Bild: Dell Technologies)
Michael Dells Vision für das neue Unternehmen Dell Technologies. (Bild: Dell Technologies)

Auf Ebene der Geschäftsführung der deutschen Niederlassungen “stimme die Chemie”, vor allem mit Dinko Eror, dem Managing Director von EMC-Deutschland. Daher geht die Dell-Geschäftsführerin auch davon aus, dass die Zusammenführung ohne größere Probleme vonstatten gehen werde.

Doris Albiez, Geschäftsführerin von Dell EMC. (Bild: BITKOM)
Doris Albiez, Geschäftsführerin von Dell EMC. (Bild: Bitkom)

Dell habe sich für den Storage-Anbieter vor allem entschieden, um Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien vollumfänglich begleiten zu können. “Die Digitalisierung und die Frage, wie Unternehmen damit umgehen sollen, ist derzeit eines der größten Problem der Anwender”, erklärte Albiez. Damit Dell diese langfristige Entwicklung begleiten könne, habe Michael Dell auch den Schritt gewagt, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Albiez weist damit auch Berichte zurück, Dell habe die EMC-Übernahme aus Geldmangel unternommen.

Ein weiteres Problem, dem Albiez in Gesprächen mit Kunden immer wieder begegnet, ist der Fachkräftemangel. Tatsächlich scheinen gerade junge und gut ausgebildete Nachwuchskräfte mehr als Seltenheitswert zu haben. “Ein Problem ist es auch, diese Kräfte zu halten”, so Albiez. Neben einem guten Gehalt sei den jungen Kräften vor allem das soziale Engagement des Arbeitgebers wichtig. Auch flexible Arbeitszeiten spielten eine wichtige Rolle.

Eine Unternehmenskultur, in der flache Hierarchien vorherrschen, werde ebenfalls geschätzt. Daher will die zielstrebige Geschäftsführerin im Rahmen der firmenweiten Agenda 2020 auch in den deutschen Dell- und EMC-Büros auf diese Weise “ein produktives Arbeitsumfeld” schaffen. Das fange mit informellen Gesprächen mit Mitarbeitern an und reiche über familienfreundliche Arbeitszeitregelungen bis hin zu Details, etwa einer Toilette für Transgender und Duschen für Mitarbeiter, die mit dem Rad in die Arbeit kommen.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Verkauf des Enterprise-Content-Management-Spezialisten Documentum von Dell an OpenText.

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