Dirk Pfefferle

ist Area Vice President Central & Eastern Europe bei Citrix.

EnterpriseWearable

Die einzige Konstante ist die Veränderung 

Was für das Leben selbst gilt, trifft für Technologien erst recht zu: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Das, so Peter Goldbrunner, Director Sales Central Europe, Citrix Systems, bleibt auch für unseren Umgang mit der IT in der täglichen Arbeit nicht ohne Folgen.

Bei Citrix geben wir jährlich den so genannten Technology Landscape Report heraus. Dieser beschäftigt sich mit der Vision, wie sich Technologie in einem Zeitraum von fünf Jahren entwickeln und welchen Einfluss sie auf Menschen und Gesellschaft nehmen wird. Aus Sicht der Autoren spielt neben neuen Internetplattformen und flexiblen Arbeitsmodellen künftig vor allem der richtige Umgang mit digitalen Werkzeugen eine entscheidende Rolle. Der Report spricht hier vom “Personal Digital Advantage” und meint damit die sinnvolle Nutzung der zur Verfügung stehenden digitalen Tools – also Hardware und Software, die das Leben und Arbeiten einfacher machen sollen. Laut der Analyse werden nämlich in Zukunft genau jene Menschen beruflich am erfolgreichsten sein, denen es gelingt, sich diese Helfer zu ihrem persönlichen Vorteil zunutze zu machen. Schon heute setzen schließlich viele Menschen ihre privaten Geräte wie Smartphones und Tablets bei der Arbeit ein. Über kurz oder lang werden sicher auch “Wearables” hinzukommen.

Bereits existierende persönliche Assistenten wie Google Now und Siri sind dabei sicher nur die Spitze des Eisbergs. Auch Automatisierungsdienste werden eine immer entscheidendere Rolle spielen. Um sich einen Eindruck davon zu machen, was heute bereits möglich ist, empfiehlt sich ein Blick auf Angebote wie IFTTT und Zapier.  Diese Dienste verknüpfen auf intelligente Art und Weise Cloud-Services zu automatisierten Workflows. Tools wie Lynda oder GetAbstract sollen zudem beim Erlernen neuer Fähigkeiten helfen. Dies ist die Richtung in die es laut Citrix Technology Landscape Report auch in den nächsten Jahren gehen wird. Und es sind genau diese Tools, die gemeint sind, wenn vom “persönlichen digitalen Vorteil” gesprochen wird.

Bei der zunehmenden Informationsdichte und Reizüberflutung muss uns aber eines klar sein: Auch wir selbst müssen unsere Fähigkeit, Informationen und Eindrücke zu verarbeiten, künftig deutlich verbessern. Die Menge an Informationen, der wir täglich ausgesetzt sind, steigt drastisch. Leider gilt dies aber nicht zwingend auch für unsere Fähigkeit, diese Informationen zu verarbeiten. Doch selbst hier ist Hilfe in Form von digitalen Werkzeugen und Techniken in Sicht: Angefangen bei Speed-​​Reading-Tools, die uns helfen, Texte schneller zu überfliegen, bis hin zu gezielten Content-Empfehlungsdiensten, die uns ausschließlich mit relevanten Beiträgen versorgen.

Nicht zuletzt durch die immer flexibleren und mobileren Arbeitsmodelle, wird es in Zukunft schlichtweg notwendig sein, von neuen digitalen Werkzeugen Gebrauch zu machen: Nur so können wir in Zukunft auch in weltweit verteilten Teams bestehen und effizient arbeiten. Hier werden in den nächsten Jahren sicher noch viele weitere technologische Schritte nötig sein, um letztendlich virtuelle Meetings am Ende so natürlich und realitätsgetreu wie möglich nachzubilden. Nur wenn bestehende Barrieren abgebaut werden, lässt sich ein Online-Meeting eines Tages vielleicht so einfach in den Arbeitsalltag integrieren, dass es nahe an den kurzen Smalltalk auf dem Büroflur kommen kann.

Einige Unternehmen sind heute schon sehr gut darin, überall auf der Welt die passenden Talente für ihre Aufgaben zu rekrutieren. Lernen kann man hier insbesondere von der Kreativwirtschaft. In dieser Branche gehörten Freelancer zu den Ersten, die die Möglichkeiten der flexiblen Arbeit voll ausnutzten. Um dies auch in größeren Unternehmen umzusetzen, müssen Verantwortliche heute aber in der Lage sein, ihre eigenen Dienste und Unternehmensressourcen mit der digitalen “Bring-Your-Own”-Mentalität ihrer Angestellten in Einklang zu bringen. Immer mehr Mitarbeiter kommen heute mit ihrem eigenen “Arsenal” an Geräten, Anwendungen und Daten ins Büro. Die IT bewegt sich damit immer weiter weg von der reinen Bereitstellung von Hard- und Software. Die IT-Abteilung wird vielmehr zum Dienstleister, der dafür sorgen muss, unterschiedlichste Services und Angebote zusammenzubringen und zu verwalten.

Doch was bedeutet das alles letztlich für unsere Arbeit in den kommenden fünf Jahren? Nun kann auch ich leider nicht in die Zukunft blicken, doch eines scheint klar zu sein: Die Tools, mit denen wir der Informationsflut und unserem immer mobiler werdenden Leben Herr werden können, existieren bereits – und sie werden immer mehr. Nun ist es an uns, sie zu unserem persönlichen digitalen Vorteil zu nutzen. Denn an eines sollten wir uns gewöhnen: Die einzige Konstante in den nächsten Jahren ist und bleibt eben die Veränderung.