Toshibas Chip-Sparte: Bain-Consortium bekommt Zuschlag

ManagementPosition

Apple, Dell, Seagate, Hynix und Bain Capital stechen Western Digital im Bieterkampf um die Toshiba-Chip-Sparte aus, berichten Wirtschaftsmedien.

Toshiba hat sich nun offenbar entschieden, die eigene Chip-Sparte an das von Bain Captial geführte Konsortium zu verkaufen. Wie Bloomberg berichtet, soll das demnach am Mittwoch im Vorstand entschieden worden sein. Bloomberg beruft sich auf eigene, nicht genannte Quellen. Dem Konsortium gehören neben Bain auch Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix an.

Das konkurrierende Angebot von japanischen Investoren und dem Investmentunternehmen KKR hat Toshiba laut Bloomberg abgelehnt. Zuvor gab es Berichte darüber, dass Western Digital als Interessent zurückgetreten war.

Nach langen Verhandlungen soll die Chip-Sparte Toshibas an das Konsortium aus Bain Captial, Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix gehen. (Bild: Toshiba)
Nach langen Verhandlungen soll die Chip-Sparte Toshibas an das Konsortium von Bain Captial, Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix gehen. (Bild: Toshiba)

Apple und Dell wollen sich damit von Speicherprimus Samsung unabhängiger machen. Anbieter von Flash und DRAM wie Hynix und Kingston wollen offenbar die Technologien und Fertigungsstätten von Toshiba weiter betreiben und eventuell selbst nutzen. Zudem haben die Japaner auch interessante Logikbausteine zu bieten.

Webinar

Digitalisierung fängt mit Software Defined Networking an

In diesem Webinar am 18. Oktober werden Ihnen die unterschiedlichen Wege, ein Software Defined Network aufzubauen, aus strategischer Sicht erklärt sowie die Vorteile der einzelnen Wege aufgezeigt. Außerdem erfahren Sie, welche Aspekte es bei der Auswahl von Technologien und Partnern zu beachten gilt und wie sich auf Grundlage eines SDN eine Vielzahl von Initiativen zur Digitalisierung schnell umsetzen lässt.

Als abgeschlossen kann das Geschäft jedoch noch nicht angesehen werden. Toshibas Joint-Venture-Partner Western Digital sieht seine Verträge verletzt und klagt in mehreren Ländern gegen den Verkauf der Chip-Abteilung des japanischen Unternehmens. Seit der Übernahme von Sandisk im Mai 2016 ist WD im Flash-Geschäft ein direkter Konkurrent von Toshiba. Eine Reaktion von WD zur aktuellen Entscheidung steht noch aus.

Toshiba steht seit Jahren unter großem Druck und hatte sich bereits Mitte 2017 entschieden, die profitable Herstellung von Speicherbausteinen zu verkaufen. Der Mischkonzern braucht die angepeilten Erlöse dringend, um seine jahrelangen Verluste im Geschäft mit Kernenergie auszugleichen.

Ausgewähltes Webinar

Wie modernes Endgeräte-Backup das Problem der Datenmigration löst

Eine durchschnittliche technische Erneuerung beschäftigt die IT sowie den Benutzer ungefähr 2 ½ Stunden. Das geht aber auch anders. Wie, erfahren Sie in diesem Whitepaper.

Toshiba hatte 2006 das inzwischen insolvente US-Unternehmen Westinghouse übernommen und seitdem – wohl auch durch die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 – Milliardenverluste im Nukleargeschäft hinzunehmen. Wenn diese nicht bis zum März 2018 zumindest teilweise ausgeglichen werden, droht Toshiba die Streichung von der Börse in Tokyo. Das wäre für das 1875 gegründete Unternehmen faktisch das Aus.

[mit Material von Nico Ernst, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie das iPhone? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen