Trends im TK-Markt

Die TK-Unternehmen wiesen in der globalen Wirtschaftskrise lediglich leicht rückläufige Umsätze aus, da ihre Angebote Grundbedürfnisse abdecken. Im Vergleich mit Branchen wie der Automobil- oder der Maschinenbauindustrie ist das eine relativ komfortable Situation. Während der Aufschwung in diesen Branchen auf sich warten lässt, deutet er sich für die TK-Industrie deutlich an.

Auf Basis von Interviews mit Entscheidungsträgern der Industrie hat Booz & Company vier zentrale Spannungsfelder untersucht, die den strategischen Rahmen für die stärker zusammenwachsenden Festnetz-, Mobilfunk- und Medienmärkte bilden.

1. Anbieter von Basisdiensten werden austauschbar – Differenzierung findet über Dienste statt

Aufgrund der flächendeckenden Erschließung des Marktes und der Tatsache, dass TK-Dienste immer mehr zum Alltag gehören, können sich die Anbieter mit ihren Produkten immer schwerer vom Wettbewerb absetzen. Marktteilnehmer müssen daher versuchen, über innovative Strategien und Technologien ihre Marktposition zu stärken. Um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen, empfiehlt sich die Kooperation mit neuen, kleineren – aber dafür innovativen – Partnern. Apple macht gerade mit dem Erfolg seines App Store mit 500 Millionen Downloads pro Quartal über das iPhone deutlich, welches wirtschaftliche Potenzial jenseits der klassischen Kommunikationsdienste erschlossen werden kann.

2. Kostenoptimierung ist zwingend – darf aber strategische Investitionen nicht verhindern

Um Umsatzrückgängen vorzubeugen und das EBITDA-Ergebnis zu optimieren, setzen die Marktteilnehmer aktuell vor allem auf kurzfristige Kostenoptimierung. Aber für eine starke und wachstumsorientierte Positionierung am Markt werden gezielte Investitionen in Infrastruktur, neue Produkte oder Mergers-and-Aquisitions-Aktivitäten zur Optimierung des Angebotsportfolios erforderlich. Die derzeit laufenden Kostensenkungsprogramme müssen hierfür den Raum schaffen und nicht nur kurzfristig das Ergebnis stabilisieren.